Zero UAV YS-X4

Erste Testergebnisse des Autopiloten Zero UAV YS-X4 Navigator Version
Zero_Tech_LogoZero UAV bietet mit der YS-X4 Produktreihe nun eine weitere Produktlinie neben der bereits etwas besser bekannten YS-X6 Steuerung an. Die YS-X4 wird vom Hersteller als Produkt für den Hobby-Sektor deklariert, während die YS-X6 für den industriellen Einsatz gedacht ist. Bei Betrachtung des GPS-Moduls kommt man nicht umhin sofort an die Produkte von DJI-Innovations zu denken. Viele Funktionen sind identisch, Zero UAV hat seine Produkte jedoch umfangreicher ausgestattet.

YS-X41Eine Übersicht der Eigenschaften beider Produnktversionen finden Sie in unserem Shop: Zero UAV YS-X4 WiFi u. Navigator Version. Ein Flugvideo (Erstflug) bei mäßigem Wind mit zunehmenden Böen während der Aufnahme finden Sie auf SynoTube.

Installation Übersicht:
Die Installation geht problemlos von der Hand, wenn man das Englische Manual versteht. Irreführend war lediglich die teilweise chaotische Beschreibung durch verschiedene Namen für das gleiche Bauteil. So wird die IMU mal also solches bezeichnet, aber auch als AP oder als Controller. Wir arbeiten derzeit ein eigenes Manual aus – ist allerdings mehr Arbeit als man denken würde … . Die vom Hersteller auf Youtube verfügbaren Videos für die Installation sollten für die Inbetriebnahme ausreichend sein, sofern man sich nicht absolut brandneu erstmalig mit dem Thema überhaupt beschäftigt, oder gar kein Englisch versteht. Lötarbeiten fallen nicht an, die Werkseinstellungen funktionieren für den Erstflug gut – wenn auch etwas träge in der Umsetzung manueller Steuerbefehle am Sender. Dies ist jedoch auf die Gewohnheiten des Fliegers über zwei Parameter einstellbar, deren Gains auch auf ein Poti auf der FB für die Feineinstellung während des Fluges gelegt werden können.

Nach dem Verkabeln aller Komponenten wird das WiFi-Modul mit der Groundstation-Software verbunden. Die Software ist sowohl für Laptops/ PCs etc. mit Microsoft Windows Betriebssystem verfügbar als auch als Android-App für Smartphones und Tablets. IOS ist nicht verfügbar! Bei der Einstellung des WiFi Moduls muss man sich zunächst entscheiden ob die Verbindung Ad-Hoc zwischen Kopter und Groundstation erfolgen soll, oder ob man einen W-LAN Access-Point zwischenschaltet. Dieser dient im Grunde lediglich einer Reichweitenerhöhung sowie der Möglichkeit beliebig vielen Endgeräten Zugang zum Kopter zu verschaffen. Bei wechselnden Piloten oder Smartphones ist das sinnvoll. Wir haben uns daher für die Access-Point Variante entschieden, welchen wir mit einem 3S LiPo betreiben. Voreingestellt ist die Ad-Hoc-Variante.

Für das Setup bietet die Groundstation-Software einen Step-by-Step Assistenten – hier bleiben eigentlich keine Fragen offen. Die Windows-Version hat einen Bug in der Anzeige des künstlichen Horizonts. Dieser vertauscht links und rechts. Wer mit der Android Version konfiguriert, kann die auf Dauer sehr nervige Höhenansage in den Einstellungen deaktivieren.

Wichtig ist, das man während des Zusammenbaus seines Kopters den Gasweg für die Motorregler zunächst auf die eingesetzte Fernbedienung einlernt. Bei 99% aller Regler funktioniert das wie folgt: Regler mit angeschlossenem Motor direkt auf den Empfänger stecken, Akku natürlich auch. Am Sender Knüppel auf Vollgas, dann den Regler einschalten bzw. mit Strom versorgen. Der Regler quittiert dies meist mit Piep-Tönen. Danach Knüppel am Sender auf Minimal-Anschlag (0). Auch das wird durch Piepsen quittiert. Die Tonfolge ist natürlich vom Fabrikat abhängig, Sie benötigen dazu die Bedienungsanleitung des Reglers. Der Regler hat nun den Gasweg der Fernbedienung eingelernt. Im Verlauf der Setup-Prozedur der YS-X4 erfolgt das wiederholte Anlernen des Gaswegs, allerdings für alle angeschlossenen Regler/ Motoren gleichzeitig. Hat man den Schritt wie vor nicht erledigt, kommt es verschiedenen Berichten im Internet zu Folge häufig vor, dass dieser Punkt des Setups nicht beendet werden kann und später die Motoren nicht anlaufen werden!

Nachstellen konnten wir das zwar nicht, aber bei Verwendung des Reglersatz den wir zuvor manuell nicht auf den Gasweg eingestellt hatten, brachte später im Betrieb kurze Fehlermeldungen der Groundstationsoftware dass sinngemäß die Motoren nicht innerhalb der Normparameter laufen. Sichtbar war das während des Fluges nicht – daher ist unklar ob es sich einfach nur um kurze Regelschwankungen gehandelt hat oder ob es auf den fehlenden Abgleich des Gaswegs zurückzuführen ist.

Fazit Installation/ Setup: Sehr hakeliges, Chienglisches Manual – sonst problemlos.

Erstflug
Zero UAV YS-X4mitST800Der Erstflug erfolgte bei zunächst leichtem, später in Böen auffrischendem Wind. Also ideale Testbedingungen. Der manuelle Start wie auch der automatische Start funktionierten zu unserem Erstaunen wie an der Kordel nach oben gezogen! Kurz: Perfekt! Achtung – wer den automatischen Start ausprobiert wird auch die “Auto Land” Funktion austesten wollen. Hier wartet eine Überraschung. Die “Auto Land”-Funktion gibt es so nich. In Wirklichkeit ist dies auch die am Sender eingestellte “RTH-Funktion” (Return Home and Land). Bei Aktivierung geht der Kopter zunächst auf Höhe (+ ca. 15 m), dreht sich in die Zielrichtung, fliegt zum Startpunkt und landet dann sauber. Wer also den Kopter in Landeposition bringt und dann “Auto Land” über z.B. das Handy aktiviert und davon ausgeht, dass der Kopter nun landet wird sich wohl etwas erschrecken . Mehr zu den vielen Features in einem gesonderten Beitrag.

Die YS-X4 hat sich bei unserem Erstflug als sehr präzise selbst bei böigem Wind gezeigt. Horizontale Abweichungen im Position Hold Modus waren mit bloßem Auge nicht kaum auszumachen – also im cm-Bereich. Gleiches gilt für die Höhe sowie die Hochachse. Ein Video finden Sie hier.

Fazit:
Die Einstufung des Herstellers als “Hobby-Produkt” ist sehr stark untertrieben, vermutlich um das ältere aber teurere Prudukt YS-X6 weiter plazieren zu können. Der Autopilot YS-X4 von Zero UAV ist auf mindestens dem gleichen Präzisions-Niveau wie die DJI Wookong M Steuerung, die wir an der selben Stelle unter ähnlichen Bedingungen geflogen haben und im Wind sogar eine deutliche Tendenz zum Schaukeln zeigte. Ansonsten ist die DJI WK-M natürlich auch ein Top Produkt!

Allerdings kostet die YS-X4 in der WiFi Version mit 499,- € nur die Hälfte und verfügt bereits über den WiFi Telemetrie-Link, Bodenstation mit Wegpunktflug sowie weitere Gimmicks. Daher erhält die Zero UAV nicht nur unsere uneingeschränkte Kauf-Empfehlung, wir werden diesen Autopiloten auch ausschließlich für unsere Projekte einsetzen.

Ein weiterer Bericht zur Bodenstation, Funktionsumfang sowie Wegpunktflug, Joystick etc. folgt. ..